Städtisches Gymnasium Ahlen

Schule im Herzen der Stadt

Praktische Philosophie

Das Fach Praktische Philosophie ist das jüngste Unterrichtsfach im Fächerkanon der Sekundarstufe I. Am 2. Juli 2003 wurde es per Gesetz als ordentliches Lehrfach in Nordrhein-Westfalen nach einem mehrjährigen Schulversuch, an dem auch das Städtische Gymnasium Ahlen teilnahm, eingeführt. An unserer Schule hat das Fach Praktische Philosophie bereits seit über 10 Jahren einen festen Platz im Fächerkanon. Es richtet sich gemäß § 37 des Schulgesetzes an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.

Allerdings verdeutlicht bereits die Benennung des Faches als „Praktische Philosophie“ die Intention, diesem Unterricht eine fachliche Fundierung zu geben, die ihn von dem Status eines bloßen Ersatzfaches deutlich abhebt. Keinesfalls darf das Fach mit der „praktischen Philosophie“ als akademischer Disziplin der Philosophie verwechselt werden, welche im Wesentlichen die Ethik und politische Philosophie zum Gegenstand hat. Dagegen schließt das Fach Praktische Philosophie neben den oben genannten auch noch andere Teildisziplinen der Philosophie, wie Anthropologie und Erkenntnistheorie, mit ein.

Von dem Fach „Philosophie“ hingegen unterscheidet "Praktische Philosophie" insbesondere eine starke Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher & religionskundlicher Anteile.

Die Bezeichnung „Praktische“ Philosophie bezieht sich auf die sokratische Praxis des Nachdenkens, die nicht „im Alleingang“, sondern im Gespräch zu Problemlösungen führt und den Gesprächspartner –im Idealfall –selbst die Wahrheit finden lässt.

So fordert das Fach bereits von seinem Selbstverständnis her neben der Sicherstellung einer anspruchsvollen Gesprächskultur eine selbständige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem jeweiligen Thema.

Da es in Lernprozessen eines „praktischen Philosophierens“ nicht um fertige Antworten gehen kann, sondern um die Entwicklung einer immer differenzierter werdenden Auseinandersetzung mit Wertfragen im Sinne einer reflexiven Urteilsfähigkeit, sind die inhaltlichen Zugänge in Form von Fragenkreisen fachlich strukturiert. Diese für die Unterrichtsplanung konstitutiven Fragenkreise sind:


(1) Die Frage nach dem Selbst

(2) Die Frage nach dem Anderen

(3) Die Frage nach dem guten Handeln

(4) Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft

(5) Die Frage nach Natur und Technik

(6) Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien

(7) Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn