Städtisches Gymnasium Ahlen

Schule im Herzen der Stadt

Die Dreigroschenoper


„Ja, mach nur einen Plan…“ –

Zur Aufführung der Dreigroschenoper am Städtischen Gymnasium im Juli 2019

Dem Entschluss, mit dem Literaturkurs Q1 im Juli 2019 die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht an unserer Schule aufzuführen, gingen wochenlange Überlegungen voraus. Für die Realisierung eines solchen Projektes müssen zahlreiche Voraussetzungen gegeben sein: Man benötigt zum einen die „richtigen“ Schüler, die nicht nur in der Lage sind, die Rollen zu spielen, sondern auch die z.T. schwierigen Gesangspartien zu bewältigen, zum anderen Musiker, die die Kompositionen von Kurt Weill mit den Schülern einstudieren können.

Dazu braucht es selbstverständlich eine aufwendige Technik, die passenden Kostüme und nicht zuletzt ein originelles Bühnenbild.

Ich war einigermaßen überrascht, dass die Schüler meine Idee einer Aufführung sofort positiv aufnahmen. Meine Befürchtung, die Musik von Kurt Weill könnte ihnen nicht gefallen, war völlig unbegründet. Noch vor den ersten Proben fingen Schüler im Literaturunterricht an, den Kanonensong oder die Zuhälterballade zu singen.

Ähnlich begeistert von der Idee einer Aufführung waren die Musiker, allesamt Kollegen, die entweder eine akademische Ausbildung oder eine langjährige Banderfahrung haben.

Bei aller Begeisterung für die Idee gab es auch gute Gründe für eine gehörige Portion Skepsis. Diese wurde zurecht von meinem Musikkollegen Martin Schumacher nach den ersten Gesangsproben zum Ausdruck gebracht. Bis auf wenige Ausnahmen hatten die Schüler bis dahin kaum Erfahrungen mit ihrer Singstimme gemacht. Einige waren fest davon überzeugt, überhaupt nicht singen zu können und sollten jetzt anspruchsvolle Partien übernehmen. Martin Schumacher, der sich bereit erklärte, die musikalische Leitung zu übernehmen, war mit seiner Erfahrung und Kompetenz, die er in vielen vorangegangenen Musiktheaterproduktionen erworben hatte, sicher die Schlüsselfigur in unserem Projekt. Ich war froh, als er sich nach reiflicher Überlegung endlich zu einem Start entschloss.

Während die Schüler im Rahmen des Literaturkurses ihre festen Probenzeiten hatten, gelang es den Kollegen zunächst nur sporadisch in voller Besetzung zu proben. Das änderte sich erst zum Ende des Projektes, als die Schulleitung zwei zusätzlich Probentage ermöglichte. Selbstverständlich mussten auch die Schüler viele zusätzliche Stunden investieren. Allein für die Erstellung der Requisiten benötigte es mehrere Tage. Nicht selten fanden die Arbeiten an den Wochenenden statt. 

Wir entschlossen uns, alles aus Pappen zu fertigen, inklusive einer gesamten Wohnungseinrichtung und eines überdimensionierten Londoner Clock Towers. Dies erlaubte uns einen schnellen Auf- und Abbau der Bühnenelemente. Wie bei vorangegangenen Projekten konnte ich auch dieses Mal wieder auf die Unterstützung meines Kunstkollegen Andreas Kiepe bauen, dem es gelang, in einem letzten Schliff den Elementen eine Plastizität zu verleihen, die die Pappen wie echt wirken ließ.

Einen großen Schritt nach vorne brachte im Mai 2019 der vom Förderverein unserer Schule finanzierte mehrtägige Aufenthalt im Haus Nottbeck in Oelde – Stromberg.

Zum ersten Mal konnten große Teile der Dreigroschenoper mit Klavierbegleitung geprobt, d.h. Schauspiel und Gesang miteinander verbunden werden. Die eigentliche Symbiose von Schauspiel und Musik musste dann aber am Ende des Projektes erfolgen, in zahlreichen Gesamt-, sowie Sound- und Lichtproben, in denen unsere Techniker Unglaubliches leisteten.

Mir bleibt nur noch zu erwähnen, dass ich die Zusammenarbeit mit meinen Schülern und Kollegen als eine unvergessliche Zeit in Erinnerung behalten werde.


Text/Fotos: Michael Kuhnholdt/SGA


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