Städtisches Gymnasium Ahlen

Schule im Herzen der Stadt

Krakaufahrt

Städtisches Gymnasium Ahlen in Krakau und Auschwitz-Birkenau (4.-8. Oktober 2016)

Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen. […]

Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug.“

Der Forderung Theodor W. Adornos hinsichtlich einer „Erziehung nach Auschwitz“ fühlt sich das Städtische Gymnasium seit langer Zeit verbunden, und so haben sich auch diesem Jahr wieder 18 Schülerinnen und Schüler der Q1 gemeinsam mit ihren Lehrern Fritz Löper, Tobias Meemann und Eva Schlaug auf den Weg nach Polen gemacht, um sich vor Ort mit dem Symbolort des industriellen Massenmordes auseinanderzusetzen.

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft in Krakau machte sich die Gruppe auf den „schweren Weg“ zum 70 Kilometer entfernt liegenden ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Über dem Lagertor konnte die Gruppe die Worte „Arbeit macht frei“ lesen. Der ganze Zynismus und die Perfidität dieses ungeheuerlichen Ortes spiegelt sich bereits in diesen drei Worten wider. Denn was den Schülerinnen und Schüler bei der Führung durch das Stammlager Auschwitz I und das Vernichtungslager Birkenau begegnet ist, was sie hörten und vor allem sahen – aufgehäufte Haare, Schuhe sowie Koffer mit den Namen von Ermordeten –, ließ sie nicht mehr los. Die Eindrücke machten zunächst sprachlos. Aus dieser Sprachlosigkeit erwuchs aber bereits während des weiteren Fahrtverlaufs ein Reflexionsprozess, der auch nach der Rückkehr nach Ahlen weiter geführt werden wird und muss. Denn hier, vor Ort, gilt es dafür zu sorgen, dass Auschwitz nicht noch einmal sei.

Bevor es nach Ahlen zurückging, begab sich die Gruppe aber noch auf Spurensuche jüdischen Lebens in Krakau vor, während und nach dem Holocaust. So wurde unter anderem das vormalige „Judenviertel“ in Kazimierz, ein Stadtteil von Krakau, erkundet, aber auch das Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers in Plazow, einem Vorort südöstlich von Krakau, begangen. Ein Besuch der Schindler-Fabrik, die heute eine Museum zur Geschichte Krakaus zur Zeit des Nationalsozialismus beherbergt, beschloss die Erinnerungs-Fahrt.