Städtisches Gymnasium Ahlen

Schule im Herzen der Stadt

Besuch des Philosophikums der WWU

Schüler*innen des Städtischen Gymnasiums besuchen das Philosophikum der Uni Münster

Nachdem mit Herrn Dr. Johann Ach ein Dozent des philosophischen Seminars eine Veranstaltung zum Welttag der Philosophie 2019 am Städtischen Gymnasium Ahlen organisiert hatte, stand nun im Januar 2020 der traditionelle „Gegenbesuch“ von Schülerinnen und Schülern des Philosophiekurses der Q2 in Münster an.

(in der Bibliothek)

Zunächst einmal stöberten die zukünftigen Abiturienten in der neuen Bibliothek des Philosophikums und wären sicher gerne länger geblieben, wenn nicht der Besuch des Seminars bei Philosophiedozentin Alexandra Alván Leon zum Thema „Platons Ideenlehre“ auf dem Plan gestanden hätte. Zur Vorbereitung auf diese Veranstaltung hatten sich die Schülerinnen und Schüler selbst mehrere Wochen mit dem Thema beschäftigt. Alván Leon schlug mit ihren Studierenden einen Bogen von Platons Frühdialog Menon bis hin zu einem seiner schwierigsten und rätselhaftesten Werke, dem Dialog Parmenides.

(Der Philosophiekurs der Q2 mit der Dozentin Alván Leon)

Die Ideenlehre steht für eine fantastische Konzeption des Philosophen, der die Ursache unserer wahrnehmbaren Welt in einer metaphysischen, d.h. unsichtbaren und ewig existierenden Wirklichkeit, der sogenannten Ideenwelt, erkennt. Im Dialog Menon erklärt Platon, dass die menschliche Seele in ihrer Präexistenz diese Wirklichkeit bereits erfasst habe. Dieses Wissen um die wirkliche Welt, in der allein Wahrheit und Erkenntnis zu finden sei, müsse im Laufe des irdischen Lebens wieder reaktiviert werden, was nur durch Wiedererinnerung gelänge. Lernen ist nach Platon deshalb auch „nur“ Wiedererinnerung (Anamnesis) und das Lehren eine Hebammenkunst (Mäeutik). Im Dialog Parmenides wird es dann ganz kompliziert, in dem Platon den Zusammenhang der Ideen untereinander und zu den Objekten der Sinnenwelt genauer zu klären sucht.

(in der Mensa)

Nach einer Mensapause und einem Spaziergang am Aasee stand das zweite Seminar an. Dieses Mal ging es um das auch politisch aktuelle Thema „Verschwörungstheorien“. Die Dozentin Eva-Maria Jung nahm für eine Auseinandersetzung zwei philosophische Positionen, nämlich die von Brian l. Keeley und Steve Clarke, zur Grundlage. Nach Keeley dienen alle Verschwörungstheorien dazu, das Vertrauen in gesellschaftliche bzw. politische Institutionen zu untergraben. Für Clarke hingegen gäbe es auch gerechtfertigte Verschwörungstheorien, die nicht einen globalen Skeptizismus gegenüber Institutionen befördern. Dazu zählt nach Clarke die Aufdeckung des sogenannten Watergate Skandals, der 1974 zum Rücktritt des damaligen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon führte.

(am Aasee)

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